TCM

Was ist …

…TCM?

TCM steht für Traditionelle Chinesische Medizin. In Österreich wird die TCM von speziell ausgebildeten Ärzten und Ärztinnen praktiziert.

Die TCM ist eine Heilkunst, welche in tausenden von Jahren entwickelt wurde und immer noch weiterentwickelt wird. Es basiert auf einer ganz anderen Sichtweise der menschlichen Existenz wie in unserer westlichen Medizin. Der Mensch wird als Ganzes, als Gesamtheit betrachtet. Eine Trennung von Psyche und Körper gibt es in der TCM nicht. Alle Veränderungen werden miteinander in Beziehung gebracht. So entsteht ein komplexes System aus Wechselbeziehungen.

Durch verschiedene Diagnoseverfahren werden Krankheitsprozesse erkannt und durch spezielle Techniken behandelt.

Diagnostik

Die chinesischen Diagnosemethoden haben sich kontinuierlich über mehr als 2000 Jahre entwickelt. Einer der fundamentalen Grundsätze lautet, dass das Äußere das Innere wiederspiegelt. Also dass die äußere Erscheinung inkl. Puls und Zunge sowie die Symptome innere Störungen und Veränderungen abbilden.

Die chinesische Diagnostik besteht aus folgenden großen Bereichen:

- durch Betrachtung („anschauen“)

- durch Befragung („fragen“)

- durch Palpation („tasten“)

- durch Auskultation („hören“)

Diagnose durch Betrachtung und Befragung

Diese zwei Punkte werden meistens zeitgleich gemacht. Betrachtet werden zB der Körperbau, Farbe und Veränderungen im Gesicht und Gesichtsarealen, sowie die Beschaffenheit von Haaren und Haut.

Bei der Befragung wird versucht herauszufinden, wie die gegenwärtigen Probleme entstanden sind, wie die Lebens- und Arbeitsbedingungen, sowie die emotionale und familiäre Situation beschaffen sind. Die Symptome und zahlreiche damit zusammenhängende Fragen werden besprochen, um so ein Muster zu bestätigen oder auszuschließen.

Zungendiagnostik

Die Zungendiagnostik ist in der TCM eine Säule der Diagnose, da sie deutlich sichtbare Hinweise auf Störungen im Organismus liefert. Grund für diese Vielseitigkeit und Wichtigkeit ist die intensive Vernetzung von Mundhöhle und Zunge mit dem Gehirn. Unterschiedliche Zungenareale geben Aufschlüsse über den Zustand der inneren Organe. So spiegeln die Ränder der Zunge zB den Zustand von Leber und Gallenblase wider.

Beim Blick auf die Zunge wird vor allem auf die Farbe und Form des Zungenkörpers, den Zungenbelag, der Feuchtigkeit und bei der Unterseite wird besonders auf die Venen (Blutgefäße) geachtet.

Diagnose durch Palpation

Die wichtigste Palpationstechnik in der TCM ist die Pulsdiagnostik. Dabei wird nicht nur der Puls, sondern auch die Temperatur, Feuchtigkeit und Struktur der Haut getastet. Manche Beschwerden erfordern auch das Abtasten der Extremitäten (Arme, Beine), des Abdomens (Bauch) oder des Schmerzareals.

Pulsdiagnostik

Es gibt in der chinesischen Diagnostik zahlreiche verschiedene Pulse, die an drei kleine Sektionen und in drei Tiefen an den beiden Handgelenken an der Arterie Radialis getastet werden.

Die Art des Pulses wird an der Hautoberfläche, an der mittleren und tiefen Ebene ermittelt. Dabei wird auf die Frequenz, das Volumen, der Rhythmus und die Form der Pulse geachtet. Damit werden Mangel, Fülle oder verschiedene Disharmonien unterschieden.

An beiden Handgelenken wird der Puls jeweils an drei Stellen getastet. Von distal (zu den Fingerspitzen hin) nach proximal (weiter zur Schulter): Cun, Guan, Chi. Diesen Punkten werden unterschiedliche Organe/Meridiane zugeordnet.

An der rechten Hand:

- Cun: Lunge

- Guan: Milz

- Chi: Nieren-Yang

An der linken Hand:

- Cun: Herz

- Guan: Leber

- Chi: Nieren-Yin

Diagnose durch Auskultation

Dies umfasst die Beurteilung von Klang und Tonhöhe der Stimme, von Husten, Atmung, Erbrechen, Schluckauf, Borborygmen (Bauchgeräusche), Stöhnen und allen anderen Geräuschen die ein Mensch erzeugen kann.

Therapie

Zu den therapeutischen Verfahren der chinesischen Medizin zählen vor allem die Chinesische Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und die Akupunktur. Aber auch die Moxibustion, Tuina, Qigong und die Diätetik sind Teile der chinesischen Therapie.

Chinesische Phytotherapie

Die chinesische Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) bietet ein umfassendes therapeutisches Konzept um milde, aber auch schwerwiegende Symptome und Krankheiten zu behandeln. Der Körper wird aktiv dabei unterstützt pathogene Faktoren zu beseitigen und das eigene Immunsystem gestärkt, so dass eine Infektanfälligkeit auch reduziert wird. Durch die Phytotherapie können aber auch sogenannte „Leere-Zustände“, wie sie zB bei Müdigkeit oder Burn-Out auftreten, beseitigt werden.

Die chinesische Pflanzenheilkunde umfasst in Österreich ca. 400 verschiedene Arzneimittel. Etwa 90 Prozent sind pflanzlicher Herkunft, der Rest besteht aus mineralischen und tierischen Substanzen. Jede Arznei hat spezielle Charakteristika. So wird zB das Temperaturverhalten, der Geschmack, die Meridianzugehörigkeit einem Arzneimittel zugeordnet. Rezepte bestehen fast immer aus mehreren sorgfältig aufeinander abgestimmten Arzneien, fast nie aus einem einzigen Kraut.

Die Arzneien für eine Rezeptur kann in Österreich nur von auf TCM spezialisierten Apotheken bezogen werden. Diese werden sowohl auf Wirkstoffe, als auf Pestizide, Schimmelpilze, mikrobielle Verunreinigungen und Schwermetalle überprüft. So kann eine hohe Qualität gewährleistet werden.

Eine TCM Rezeptur kann in unterschiedlichen Formen verschrieben werden. So kann dies zB als Rohkräuter, Dekokt, Granulat, Tabletten, Salben, Creme, … verordnet werden. Die Rohkräuter werden vom Patienten selbst nach Anleitung gekocht, wohingegen beim Dekokt, dies die Apotheke bereits gemacht hat. Das Granulat wird noch mit heißem Wasser aufgegossen und dann getrunken.

Akupunktur und Moxibustion

Die Akupunktur ist die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Behandlungsmethode der TCM. Dabei werden durch Stimulierung von spezifischen Punkten die körpereigenen Heilungskräfte aktiviert, so dass die Gesundheit erhalten oder wiederhergestellt wird. Geschieht diese Stimulierung durch feine Nadeln, so nennt man dies Akupunktur. Als Moxibustion wird es bezeichnet wenn der Reiz mittels Wärmebehandlung erzielt wird.

Bei einer Akupunktur sitzt oder liegt der Patient oder die Patientin in einer entspannten Position. Es werden sehr dünne, sterile Nadeln verwendet. Diese verbleiben meist zwischen 15-30 Minuten in der Einstichstelle. Die Anzahl der Nadeln ist dabei sehr variabel.

Es gibt einige Varianten der Akupunktur, zB die Laserakupunktur, Elektroakupunktur, Ohrakupunktur…

Bei der Moxibustion werden Akupunkturpunkte durch Erwärmen stimuliert. Dabei wird meist getrocknetes Beifußkraut auf den Nadeln oder auf einer Unterlage (zB Ingwerscheibe) verglüht, oder es wird Wärme mittels einer Moxazigarre an den Akupunkturpunkten erzeugt.

Tuina und Qigong

Die Tuina-Therapie ist eine der ältesten manuellen Therapien und umfasst muskuläre Massage, chiropraktische Manipulationen, aktive und passive Gelenkmobilisation, sowie eine Akupressur entlang der Leitbahnen (Meridiane) und deren Punkten. Bei der Tuina werden häufig verschiedene Techniken wie Kneten, Greifen, Streichen und Klopfen miteinander kombiniert. Darüber hinaus werden auch Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke in die Tuina eingeschlossen.

Bei Qigong handelt es sich um spezielle langsame Bewegungen, Atem- und Koordinationsübungen, die eine bewusste Verbindung von Bewegung, Atmung und geistiger Vorstellungskraft erzeugen. Alle Bewegungen werden in einem natürlichen Fluss der Energie ausgeführt. Bei den Übungen werden Leitbahnen und ihre Reflexpunkte in einer genau festgelegten Reihenfolge gedehnt. Gleichzeitig wird die Atmung kontrolliert und auf ganz bestimmte Atemzielpunkte konzentriert. Dabei wird Ruhe vermittelt, so dass sich Spannungen lösen, der Atem langsam und gleichmäßig wird und sich eine innere Harmonie einstellt.

Diätetik

Die Ernährungslehre spielt in der TCM eine wichtige Rolle, weil sie ein einfaches Mittel ist, mit dem der Patient selbst zur Genesung beitragen kann. Dazu gehört das regelmäßige Essen gesunder und der Jahreszeit entsprechender Lebensmittel. Jedes Nahrungsmittel wirkt sich auf bestimmte Weise auf den menschlichen Organismus aus.

Verantwortlich für die Wirkung sind die Geschmacksrichtungen, der Geruch, die Farbe, Temperatur und Konsistenz der Lebensmittel. Die Heilwirkung von Nahrungsmitteln wird auch durch die Zubereitung beeinflusst. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren, aber auch der Lebensumstände des Patienten/der Patientin wird die Ernährungslehre wirkungsvoll und synergistisch verwendet.

Aus rechtlichen Gründen wird auf Folgendes hingewiesen:
Wie die meisten Naturheilverfahren wird die Traditionelle Chinesische Medizin in Ihren verschiedenen Therapieformen von der Schulmedizin nicht anerkannt. Sie gehört nicht zum allgemeinen medizinischen Standard. Wissenschaftliche Beweise seien noch nicht ausreichend erbracht worden und die Wirksamkeit sei nicht hinreichend gesichert und anerkannt.